2. Tag der Bekenntnisschulen im Erzbistum Köln

Am Freitag, den 24.10.2014 findet der „2. Tag der Bekenntnisschulen für Schulleitungen von Bekenntnisschulen im Erzbistum Köln“ statt (siehe Programm).

Nachdem wir letztes Jahr noch Intransparenz angemahnt hatten und eine einseitige Diskussion befürchteten, freuen wir uns, dass dieses Jahr Max Ehlers für die Initiative „Kurze Beine – kurze Wege“ auf dem Podium sitzen wird. Weitere Teilnehmer der von Melanie Wielens (Domradio) moderierten Podiumsdiskussion sind Prälat Gerd Bachner (Leiter der Hauptabteilung Schule/Hochschule), Sigrid Beer MdL (Schulpolitische Sprecherin der Partei Bündnis 90/ Die Grünen), Andrea Honecker (Vorsitzende der Katholischen Elternschaft im Erzbistum Köln) und Ferdinand Claasen (Katholisches Büro NRW). Es handelt sich allerdings auch dieses Jahr wieder um eine geschlossene Veranstaltung, die sich ausschließlich an Rektoren und Rektorinnen katholischer Grundschulen richtet. Für Außenstehende ist eine Teilnahme nicht möglich.

Seit dem 1. Tag der Bekenntnisschulen im Herbst 2013 hat sich einiges getan. Unmittelbar nach der Veranstaltung im Erzbistum stellte eine „Schulmail“ des Ministeriums klar, dass Bekenntnisgrundschulen alle Kinder unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit nach dem Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege“ aufnehmen müssen. Im März 2014 titelte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung etwas irreführend: „Bistümer erleichtern Umwandlung von Bekenntnisschulen“. Auslöser für den Artikel: Die Kirchen hatten Vorschläge zur Reform der Bekenntnisschulen vorgelegt, die für Schüler und Lehrer in mehrfacher Hinsicht auf eine Öffnung der Schulen hinauslaufen. Auf einem von den Kirchen im Landtag veranstalteten Forum zum Thema „Kirche und Bildung“ stellte der Münsteraner Professor Dr. Hinnerk Wißmann im Juni aus verfassungsrechtlicher Perspektive dar, dass öffentliche Bekenntnisschulen angesichts geänderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und dem Verlust konfessioneller Homogenität einen Anachronismus darstellen, der dringend einer Reform bedarf. Die schulpolitischen Sprecherinnen von SPD und Grünen kündigten noch vor dem Sommer einen Gesetzentwurf an, der allerdings bisher nicht im Landtag eingebracht wurde. Der politische Druck wächst: Die Grünen NRW haben sich für eine Streichung der Bekenntnisschulen aus der Verfassung ausgesprochen, auch auf dem SPD-Parteitag im September forderten gleich mehrere Anträge weitreichende Änderungen bei den Regelungen zu Bekenntnisschulen. Bislang gibt es allerdings noch keine gesetzlichen Änderungen.

Eine eher unscheinbare, aber doch weitreichende und sehr konkrete Reform zeichnet sich indes bei der Besetzung von Funktionsstellen ab: Anders als bisher werden in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Arnsberg nach mehrfacher erfolgloser Ausschreibung Konrektorenstellen ausgeschrieben, ohne dass sich darin der Hinweis auf die Konfessionsbindung findet. Es fällt auf, dass an Bekenntnisschulen der Anteil unbesetzter Funktionsstellen im Verhältnis deutlich höher ist als an Gemeinschaftsgrundschulen.

Wir sind gespannt, wie das Thema innerkirchlich diskutiert wird und werden an dieser Stelle gerne darüber berichten.

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