Aufgebrachte Stimmung in Castrop-Rauxel nach Auflösung der Schulbezirke

Stellungnahme von Jochen Bell, Schulleiter der Friedrich-Harkort-Schule (GGS)

„Das bis zum Vorjahr gültige Anmeldeverfahren stellte alle Eltern vor die Entscheidung für örtliche Gemeinschaftsgrundschule oder die Konfessionsschule. Die Friedrich-Harkort-Schule hat dadurch jährlich in etwa die gleiche Schüleranzahl an die Elisabethschule abgegeben wie die umgebenden Schulen des Castroper Südens. […] Mit dem Auflösen der Schulbezirke (mit Beginn des Schuljahrs 08/09) werden offenbar die Karten neu gemischt. Das Argument der konfessionellen Ausrichtung tritt möglicherweise sukzessive angesichts sich durchmischender Schülerströme zurück zum Vorteil von Schulen mit bedarfsgerechten Angeboten. Im kommenden Schuljahr wird die GGS Grüner Weg erstmals zweizügig sein, was sicher die Anerkennung der Leistungen des Kollegiums und den Wunsch junger Familien nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf einschließt. […]

Ein kurzes Wort zur Frage der Migrantenfamilien: Abgesehen von dem meines Erachtens überflüssigen Hinweis, dass es an unserer Schule keine bedeutsameren Prozentanteile als anderswo gibt, sind zwei Entwicklungslinien in manchen Köpfen noch nicht angekommen.

> Frau Glöß weist mit Recht darauf hin, dass deutschstämmige Kinder mittlerweile ebensoviel an zusätzlicher Sprachförderung benötigen wie Kinder der jetzigen Migrantengeneration.

> Mit vielen meiner Schulleitungskolleg(inne)n bin ich mir in der Beobachtung einig, dass sie auch zunehmend eine leistungstragende Rolle in den Klassen einnehmen, was durchaus mit ihrem positivem Arbeits- und Sozialverhalten korrespondiert.“

Der Westen, 25.01.2009, Aufgebrachte Stimmung

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