Erinnerung an die Abschaffung der öffentlichen Bekenntnisschule in Bayern vor 50 Jahren

Dieser Tage erinnert das in Franken erscheinende Main-Echo daran, dass vor 50 Jahren per Volksbegehren in Bayern die konfessionelle Trennung an öffentlichen Volksschulen beendet wurde.  Ein ehemaliger Schüler, jetzt Pfarrer, erinnert sich, dass an seiner bis dahin evangelischen Schule schon vorher auch katholische Kinder aufgenommen wurden:

Revolutionär war damals nicht nur der gemeinsame Unterricht für Angehörige unterschiedlicher Konfessionen, sondern auch der von Mädchen und Jungen.

Und ein pensionierter Lehrer erinnert sich:

Bis dahin gibt es die katholische Mädchenschule am Kirchplatz, die katholische Knabenschule (heutige Grundschule) und die evangelische Volksschule in der Berufsschule beziehungsweise mit einem Klassenzimmer in der Knabenschule.

Ein Pfarrer sieht ohne Wehmut zurück und analysiert:

Die Konfessionsschulen sieht Johannsen als zeitbedingte Konsequenz geschlossener Milieus.

Und Till Roth, Dekan für das evangelische Dekanat Lohr, sagt,

…dass noch bis vor 40, 50 Jahren viele Wunden geschlagen worden seien. »Es wurde so getan, als hätten die jeweils anderen einen anderen Gott.« Über getrennte Schulen als Ausgrenzung »sind wir drüber weg«.

Schön wär’s… In Nordrhein-Westfalen sieht die Verfassung auch heute noch neben den christlichen Gemeinschaftsgrundschulen getrennte Schulen für katholische und evangelische Kinder vor, obwohl die Realität auch hier schon lange eine andere ist und die meisten Grundschulkinder in der Regal anfangs noch nicht einmal wissen, ob sie  evadingsda, kathoirgendwas, oder was anderes sind.


Alle Zitate sind folgendem Zeitungsartikel entnommen:

Main Echo, 29.10.2017, Vor 50 Jahren: Evangelische Volksschule wird christliche Gemeinschaftsschule und nimmt katholische Kinder auf

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