Die modern-dynamische NRW-FDP und ihre Kritik an der Mauer durch die Schule

Mauer durch die Schule

Plakat der FDP in den späten 60er Jahren, in dem sie die CDU auffordert, Bekenntnisschulen aufzugeben.

Im Bonner Haus der Geschichte hängt ein 50 Jahre altes Plakat. Darauf empört sich die NRW-FDP über die Mauer, die durch Schulen geht, weil Kinder aufgrund des Schulsystems nach Konfessionen getrennt werden. Die damalige FDP kritisierte mit energischen Worten die „überholte, restaurative Politik der CDU“.

Auf der Bildtafel des Museums wird der Eindruck erweckt, staatliche Bekenntnisschulen wären ein Ding der Vergangenheit. Tatsache ist: Sie wurden in NRW nie abgeschafft. Infolge der Abschaffung der Schulbezirke 2009 durch die CDU-FDP Koalition gewannen sie sogar wieder an Bedeutung. Konfessionelle Schulen wurden implizit dazu aufgefordert, ihr konfessionelles Profil zu schärfen.

Der vollständige Text des Plakats lautet:

„Kaum zu glauben: In Ringenberg am Niederrhein geht eine Mauer durch die Schule – selbst durch die Toiletten. Eine Mauer, die den katholischen Teil vom evangelischen trennt. Soweit sind wir mit der Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen gekommen. Ringenberg ist nur ein Beispiel. Die rückständige CDU-Politik gefährdet den konfessionellen Frieden im ganzen Land. Die Kinder werden nicht gefragt – und über den Willen der Eltern setzt man sich hinweg. Die Christliche Gemeinschaftsschule wird vom überwiegenden Teil der Eltern seit Jahren gefordert. Das haben offizielle Umfragen in Nordrhein-Westfalen klar erwiesen. Trotzdem bleibt alles beim alten. Wie lange noch soll das so weitergehen? Die geistige Freiheit ist in Gefahr. Aber Bildung und Erziehung, Wissenschaft und Forschung müssen sich frei entwickeln können. Fortschrittliche Kulturpolitik setzt eine freiheitliche Geisteshaltung voraus. Undogmatisch, modern und dynamisch gehen die Freien Demokraten an die Forderungen der Zeit. Vor allem richtet sich unser Appell an die jungen Kräfte in unserem Volk, die erkannt haben, wie sehr die restaurative Politik der CDU überholt ist.“

Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass die moderne und dynamische Regierungspartei FDP etwas an der immer noch praktizierten konfessionell begründeten Ausgrenzung in NRW ändern möchte.

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