NRW-Bekenntnisschulen vor der Abschaffung

Bonn, 21.2.2014

Heute meldet die Rheinische Post: „Kirche akzeptiert geringere Zahl von Bekenntnisschulen“. Dahinter verbirgt sich eine fast schon sensationelle Meldung. Die katholischen Bistümer haben ein Positionspapier vorgelegt, wonach sie die erleichterte Umwandlung von Bekenntnis- in Gemeinschaftsgrundschulen befürworten. Auch die von uns geforderte Einleitung der Umwandlung durch den Schulträger ist demnach für die Bistümer vorstellbar.

Die katholischen Bistümer wollen außerdem die Beschäftigung christlicher Lehrer anderer Konfessionen an Bekenntnisgrundschulen grundsätzlich akzeptieren, ebenso die Öffnung „für den Religionsunterricht anderer Konfessionen und Religionen“. Damit sind einige unserer Forderungen erfüllt. Das ist erfreulich, zumal die Reaktionen von politischen Entscheidern vor allem aus CDU und FDP in der jüngsten Vergangenheit nicht den Eindruck erweckten, als ob es ein Problembewusstsein gäbe.

Im Gegenzug wünscht sich die Kirche die erleichterte Gründung privater kirchlicher Grundschulen.

Spannend wird jetzt, wie schnell und wie konsequent die Landespolitik auf dieser neuen Verhandlungsgrundlage agiert. Wir begrüßen die Neupositionierung der katholischen Kirche sehr. Das Problem wird aber nur verlagert, wenn die bestehenden katholischen und evangelischen Bekenntnisschulen in Zukunft als christliche Bekenntnisschulen geführt werden.

Daher treten wir weiterhin für eine konsequente Abschaffung öffentlicher Bekenntnisschulen ein. 

Zur Pressemitteilung der Rheinischen Post: http://www.presseportal.de/pm/30621/2669915/rheinische-post-katholische-kirche-in-nrw-akzeptiert-geringere-zahl-von-bekenntnisschulen-bistuemer

Kommentar der Rheinischen Post:
Bekenntnisschule wird Kirchen zur Last: Sehr richtig: „Das Modell spiegelt eine Gesellschaft wider, die es so nicht mehr gibt.“

Weitere Informationen zum Papier der katholischen Kirche:
Dom-Radio.de, 26.2.2014, Bistümer wollen Neuerungen bei Bekenntnisgrundschulen
k
irchen-site.de (Bistum Münster), 26.2.2014, NRW-Bistümer legen Vorschläge vor

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Ein Kommentar zu NRW-Bekenntnisschulen vor der Abschaffung

  1. Birgit sagt:

    Schön, dass sich was bewegt. Es war Zeit! Aber es bleibt ein fader Beigeschmack: Die Politik ist erst einmal nicht bereit, etwas positiv zu verändern, obwohl sie ständig von Integration und Inklusion labert. Erst müssen die Kirchen ihre Bereitschaft signalisieren, etwas von ihren anachronistischen Privilegien aufzugeben, die überall in NRW zu Problemen führen. Erst dann traut sich die Politik. Wo sind wir eigentlich?? Wenn in anderen Ländern die Mullahs sagen, wo es langgeht, regen wir uns – zu Recht – darüber auf, wieso nicht das Volk das Land regiert. Ich kann es mir nicht verkneifen, hier Parallelen zu sehen. Unser ach so demokratisches und freiheitliches Land stellt sich hier ein Armutszeugnis aus. Aber dennoch: Gut, dass sich die Dinge bewegen!

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