Segregation in Arnsberg?

In Arnsberg kritisiert der „Kandidat für den Integrationsrat“ Martin Werner die Haltung des dortigen Bürgermeisters zu Schulverbünden:

Bekenntnisschulen mit dem ihnen eigenen Selektionsverhalten und das Schulwahlverhalten der Eltern führen im Effekt auch in Arnsberg zu einer Ungleichverteilung von Bildungschancen, unter denen vor allem Schüler mit Migrationshintergrund zu leiden haben. Hier wirken bereits Mechanismen der Entmischung auf der Ebene des lokalen Schulsystems, die meines Erachtens auch ursächlich sind für die unterdurchschnittlichen Anmeldezahlen bei einzelnen Gemeinschaftsgrundschulen.

Hinzu kommt, dass selbst innerhalb mindestens einer Bekenntnisgrundschule unserer Stadt das Taufbuch bei der Klassenbildung die alles entscheidende Rolle spielt. Diese bemerkenswerte Praxis diskriminiert nicht nur Kinder, sie unterläuft auch sämtliche Bemühungen um Integration in dieser Stadt und wenn Sie regelmäßig die Niederschriften des Schulausschusses und des Ausländerbeirats gelesen haben, müssten Sie, Herr Bürgermeister, über diesen Sachverhalt bereits seit August 2007 informiert sein.

Ob und wo in dieser Stadt zudem bereits Brennpunktschulen im Elementarbereich entstanden sind, verrät der Blick auf die schulbezogenen Übergangsdaten zu den weiterführenden Schulen (Schulformempfehlungen), den Ihr Rathaus interessierten Eltern im übrigen mit der vielsagenden Begründung verweigert, eine Veröffentlichung dieser Daten sei geeignet, Schülerströme zu verursachen, die für einzelne Schulstandorte unabsehbare Folgen haben könnten.

Hätte hier nicht längst eine verantwortungsvolle Schulentwicklungsplanung einsetzen müssen, die der zunehmenden Segregation entgegenwirkt? Stattdessen geht Ihre jetzige Forderung, die Bekenntnisschule im Schulverbund automatisch zur Führungsschule zu erheben, in die entgegengesetzte Richtung – Segregation würde verstärkt.

Sehr verehrter Herr Bürgermeister, wo auch immer in dieser Stadt ein Grundschulverbund errichtet werden wird möchte ich dringend darum bitten, dass bei der Bestimmung der Schulart -ob Bekenntnis- oder Gemeinschaftsgrundschule – die Eltern befragt werden, deren Kinder für den Besuch dieser Schule in Frage kommen.

Martin Werner. Offener Brief Bitte keine „Kreativen Lösungen“ über die Köpfe der Eltern hinweg!“, 1.2.2010, mit Antwort von Bürgermeister Hans-Josef Vogel

 

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